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Unter Stress können sich Menschen schlechter räumlich orientieren. Warum das so ist, haben Bochumer Forschende herausgefunden.
Das Stresshormon Cortisol stört das Navigationssystem des Gehirns. Es beeinträchtigt die Funktion der sogenannten Gitterzellen, die für die Orientierung entscheidend sind. Das zeigten Forschende der Ruhr-Universität Bochum in einer bildgebenden Studie mit 40 Personen. Die Teilnehmenden absolvierten ein virtuelles Navigationsexperiment, während ihre Gehirnaktivität im Kernspintomografen aufgezeichnet wurde.
Ein interdisziplinäres Team entwickelt Schutzmaßnahmen für Brain Computer Interfaces und andere Neurotechnologien.
Neurotechnologien wie Gehirn-Computer-Schnittstellen und neuromodulatorische Implantate haben sich rasant entwickelt. Was lange als Science-Fiction galt, findet heute Anwendung in der medizinischen Therapie – von der Wiederherstellung motorischer Funktionen bis hin zur Behandlung neurologischer Erkrankungen. Damit wächst jedoch auch eine bislang unterschätzte Herausforderung: die Cybersicherheit neurotechnologischer Systeme.
Aktiviert man bei Mäusen bestimmte Gehirnzellen, verlernen sie Furcht schneller. Diese Erkenntnisse liefern neue Ansatzpunkte für das Verständnis von Angststörungen.
Ein Team um Dr. Katharina Spoida vom Lehrstuhl Allgemeine Zoologie und Neurobiologie der RUB hat nun nachgewiesen, dass sich das Verlernen von Furchtreaktionen beeinflussen und beschleunigen lässt: Wird ein bestimmter Typ von Nervenzellen im Gehirn aktiviert, zeigen Mäuse eine deutlich schnellere Abschwächung erlernter Furchtreaktionen. Die Forschenden berichten im Nature Journal „Translational Psychiatry“ vom 10. Januar 2026.
Forschungsergebnisse befeuern neue Ansätze in der Psychologie, psychedelische Substanzen unter ärztlicher Kontrolle zur Therapie bestimmter Krankheitsbilder einzusetzen.
Zur Behandlung von Angststörungen und Depressionen werden u.a. psychedelisch wirksame Substanzen unter ärztlicher Kontrolle eingesetzt. Wie sie Wahrnehmung und Bewusstsein beeinflussen, ist ungeklärt. Ein Team aus Hong Kong, Singapur und der RUB konnte nun im Tiermodell zeigen, dass Sehprozesse verstärkt auf Hirngebiete zugreifen, die Gedächtnisinhalte u. Assoziationen abrufen.
Mitochondrien dienen nicht nur der Energiegewinnung, sondern haben vielfältige Funktionen innerhalb von Zellen.
Strukturelle und funktionelle Eigenschaften von Mitochondrien prägen ihre Rolle als Signalorganellen – mit weitreichenden Konsequenzen für Immunantworten, Entzündungsprozesse und Erkrankungen. Ein Forschungsteam unter der Leitung von Prof. Dr. Konstanze F. Winklhofer vom Institut für Biochemie und Pathobiochemie der Ruhr-Universität Bochum gibt einen Überblick über ihre vielfältigen Funktionen.
Das Schmerzerleben der Betroffenen hängt stärker von erlernter Furcht ab als bei Gesunden. Veränderungen entlang der Darm-Hirn-Achse könnten das erklären und sind relevant für die Behandlung.
Menschen mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) leiden oft auch zwischen den akuten Entzündungsschüben der Krankheit unter Bauchschmerzen. Das könnte damit zu tun haben, dass sich bei den Betroffenen die Art und Weise verändert, wie Schmerz in Abhängigkeit von Furcht verarbeitet wird.
Die Psychologin beschäftigt sich vor allem mit dem Erkennen von Gesichtern, Stimmen und Sprachen – mit Fähigkeiten, die für eine erfolgreiche Kommunikation mit anderen Menschen unabdingbar sind.
Wie speichern wir Erwartungen ab? Und wie verändern wir sie? Warum nehmen Menschen ein und dieselbe Situation unterschiedlich wahr? Obwohl die Auswirkungen von Kontext und Erwartungen auf unsere Kognition vielfach nachgewiesen wurden, geben viele der zugrunde liegenden Mechanismen nach wie vor Rätsel auf.
Welchen evolutionären Vorteil haben wir durch unser Bewusstsein? Und was können wir darüber aus der Beobachtung von Vögeln lernen? Dazu haben Forschende der RUB zwei Beiträge veröffentlicht.
Obwohl die wissenschaftliche Erforschung des Bewusstseins in den vergangenen zwei Jahrzehnten einen Boom erlebt hat, bleibt eine zentrale Frage unbeantwortet: Was ist die Funktion des Bewusstseins? Warum hat es sich überhaupt entwickelt? Die Antworten auf diese Fragen sind entscheidend für das Verständnis, warum einige Spezies bewusst wurden, während andere dies nicht wurden.
Der an der RUB angesiedelte Sonderforschungsbereich Extinktionslernen erforscht die neuronalen Grundlagen von Lernen und Verlernen – die bisherigen Forschungsergebnisse könnten Angst- und Schmerztherapien verbessern.
Wie können wir einmal Erlerntes wieder loswerden? Der Prozess des erstmaligen Lernens ist gut verstanden – das Extinktionslernen viel komplexer. Die grundlegenden Fragen hierzu bearbeitet das Team des Sonderforschungsbereichs 1280 „Extinktionslernen“ an der RUB seit 2017.
Forschende entschlüsseln, wie ein RNA-abbauendes Enzym die Größe und Struktur des Gehirns steuert.
Die Mikrozephalie ist eine angeborene Fehlbildung, die zu einer deutlich verringerten Gehirngröße führt und häufig mit motorischen und geistigen Einschränkungen einhergeht. Ein internationales Forschungsteam um Dr. Tran Tuoc aus der Abteilung für Humangenetik der Ruhr-Universität Bochum hat eine bislang unbekannte genetische Ursache dafür herausgefunden. Mutationen im Gen EXOSC10 – einem zentralen Bestandteil des RNA-Abbaukomplexes („Exosom“) – verursachen die primäre Mikrozephalie.